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Freitag, 14. April 2017

Gesund? Ja. Nein. Scheisse.

Schafft man das alleine überhaupt? Wie lernt man sich gesund und ausgewogen zu ernähren? Theoretisch kann ich alles aufzählen was dafür wichtig ist. Es ist ja nicht so, als würde ich mich damit seit 2013 intensiv beschäftigen. Ich könnte direkt die Fakten sagen, was es für eine gesunde, ausgewogene Ernährung braucht. Doch da ist noch die Praxis.
Will ich das den überhaupt? Wenn ich meine Kalorienaufnahme wieder steiger, dann werde ich alles was ich abgenommen habe wieder zunehmen. Ich weiss, dass sich das wieder einpendeln würde, wenn mein Körper merkt, dass ich es ernst meine und ihm genug gebe, so dass er auch wieder normal arbeiten kann. Ich weiss das doch alles, aber die Angst vor dem zunehmen, dem nicht mehr ca. 8x pro Tag wägen, dem Kontrollverlust ist zu gross.

Ich überlege mir gerade ungelogen seit über einer Stunde, ob ich noch einen Apfel essen soll. Bald ist wieder 20:00 Uhr und dann trau ich mich ja eh nicht mehr.
Heute früh war ich sehr zufrieden mit dem was auf der Waage stand (52.2kg). Nur wird es morgen bestimmt wieder mehr sein, obwohl ich heute so ca. 600 Kalorien hatte. Ich hatte zum Abendessen einen Teller Spinat. Nein. Stimmt nicht mal, ich hatte nicht mal den ganzen Teller, weil ich mega schnell satt war. Also eigentlich war ich schon satt bevor ich ihn überhaupt gegessen habe. Ist mein Magen geschrumpft?

Ich würde so gerne morgen nicht auf die Waage stehen und normal essen und dann den Abend mit meiner Kollegin bei Chips und Schokolade genießen. Sage ich jetzt. Morgen wird es dann so aussehen: Ich stehe auf, gehe aufs Wc in der Hoffnung noch ein paar Gramm zu verlieren, steige auf die Waage, bin enttäuscht, frühstücke trotzdem, esse dann aber bis abends nichts mehr, damit ich bei ihr wenigstens ein wenig (natürlich mit hochschlechtem Gewissen) essen kann.
Ich will aus dem ganzen raus. Will ich? Ich weiss es nicht. Jetzt gerade ja. Oder? Nein. Doch. Scheisse ich weiss nicht. Ich verzweifel noch daran. Aber solange man es mir nicht ansieht, dass ich eine Essstörung habe, wird es auch niemand glauben. Bulimie ist sowieso etwas, was man sehr gut verstecken kann - leider. Ich wünschte mir manchmal echt, dass es jemand mitbekommt. Würde es dann nicht wieder heissen ach, dass ist eine Phase, das geht schon vorbei. ? Oder du suchst ja nur Aufmerksamkeit. Wenn ich das tun würde, warum erzähle ich es dann nicht laut rum? Schreibe es hier, wo es weder meine Familie noch mein Therapeut sieht?

Ich habe gestern dann wirklich erlebt, was ich vermutet hatte. Ich konnte nicht mehr erbrechen. Ich habe wirklich gedacht, dass ich gleich sterbe, weil ich schlussendlich alles gemacht hatte, damit es doch ging. Ich lag danach mit einer Wärmflasche und einem Tee auf dem Sofa und dachte mir Elli, wenn du jetzt einschläfst, dann wachst du nicht mehr auf. Du darfst nicht einschlafen. Du wirst sterben. Glaubt mir, ich hatte so eine Panik. Ich hatte wirklich das Gefühl ich werde an dem sterben. Wollte sogar meinem Therapeuten schreiben, habe es dann aber gelassen, weil ich ihm sowas nicht schreiben kann, wie ich es meiner vorherigen Therapeutin schreiben konnte..

Bitte, machts besser als ich.

Elli

Kommentare:

  1. Das tut mir ehrlich leid, dass es zur Zeit so schlimm ist.
    Vielleicht kannst du versuchen wenigstens mit deinem Therapeuten darüber zu reden, wenn er gut ist wird er dich erstmal von nichts abhalten sondern dich machen lassen und nur mit dir darüber reden, vielleicht "tiefer liegende Probleme" oder die Ursachen klären usw.
    Wenn das schon seit 9 Wochen so läuft kann es tatsächlich gut sein, dass es deinem Herzen geschadet hat, vielleicht sprichst du das auch an oder gehst unabhängig davon zum Arzt und er kann dir sagen woran das liegen kann ohne dass du vom b/p erzählst.
    Wie schaffst du das überhaupt dass das niemand mitbekommt?

    Ich wünsche dir alles Liebe!

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  2. also bei mir kommen die herzprobleme auch vom b/p. ich bekomme in meinen extremen phasen richtige muskelkrämpfe - auch im herzen, welches ja auch ein muskel ist. ich habe sogar ein chronisches rückenleiden dadurch bekommen. ist es bei dir eher eine essstörung oder borderline? meine essstörung ist z.b. eher die begleiterscheinung zum borderline (im rahmen des selbstschädigenden verhaltens, bestrafung bzw. als gegenwirkung bei dissoziationen). ich hatte heute auch einen schlimmen rückfall. ich fühle mit dir und wünsche dir alles erdenklich gute.

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  3. Liebe Elli,

    ich schicke dir ganz viel Kraft und eine Umarmung.

    Du hast recht, ich will das nicht die nächsten Jahre. Aber zur Zeit gibt es leider keine andere Lösung. Ich brauche den Job wirklich dringend um die Miete zu bezahlen. Der Lohn reicht nichtmal dafür, das heißt ich sollte mir sogar noch eine zweite Arbeitsstelle suchen. Aber dazu bin ich zur Zeit nicht in der Lage. Mein Vater gibt mir sein gesamtes Geld, für den Rest der Miete und damit ich mir auch noch etwas zu Essen kaufen kann. Aber auf dauer geht das auch nicht. Das größte Problem an der Sache ist, dass es nicht am Job selber liegt, denn die Kollegen sind nett, und die Arbeit an sich ist auch wirklich okay, sondern es liegt daran, dass mir das Fachwissen fehlt, es mir zuviel Verantwortung ist und mir der Kundenkontakt oft sehr schwer fällt. Aber diese Dinge würden eben auch bei jedem anderen Job sein. Aber ich gebe die Hoffnung nocht auf, dass es vielleicht doch noch besser wird. Bis dahin muss ich da durch

    Alles Liebe dir <3

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