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Dienstag, 16. Januar 2018

Es geht bergab

Ich kann es spüren. Ich merke doch, dass es bergab geht. Warum tue ich dann nichts dagegen? Ich kann nicht. Ich bin von Aussen gesteuert. Ich habe die Kontrolle nicht. Ich musste sie abgeben. Es hat Vor- und Nachteile. Ein grosser Nachteil ist, dass ich nie weiss, ob ich einen Tag heil überstehe oder nicht.
Ich versuche Menschen und Sprüche zu finden, welche diese Situation kennen bzw beschreiben. Es ist schwer. Ich suche nach Antworten und finde so gut wie keine.
Ich hatte mir doch geschworen, dass ich arbeiten gehe ganz egal wie es mir geht. Beim letzten Post habe ich darüber geschrieben, dass ich mich krank gemeldet hatte (ja ich musste den letzten Post daneben öffnen, weil ich sonst keinen Plan mehr habe.)Ich hatte so Angst, dass wenn ich einmal damit anfange mich krank zu melden, ich es immer wieder tun werde. Gut. Eine Woche später und so ist es. Ich habe mich für heute und morgen krank gemeldet. Hätte meinen Therapietermin morgen zu 90% verpasst, wenn ich ihm nicht eine Mail geschrieben hätte und in seiner Antwort stand, dass wir uns morgen ja sehen. 
Ich werde Donnerstag arbeiten gehen. Ich muss. Reiss dich zusammen Elli! 

Ich kann nicht mal beschreiben, was momentan abgeht. Der Tag beginnt, ich wache auf, gehe arbeiten oder auch nicht , hab Feierabend, gehe in irgendein Laden, gehe nachhause, mache mir mein Mittagessen für den nächsten Tag bereit, trinke Alkohol, liege im Bett, schaue Videos oder Serien, bin am Handy, schlafe irgendwann ein und schon beginnt alles von vorne. 
Ich fühle mich nicht mehr wie ein Mensch. Ich weiss nicht wer ich bin. Wer ich war. Ich suche Bilder, Videos, Anhaltspunkte darauf, wer ich war. 

Jeder Tag zieht an mir vorbei und ich bekomme es nicht wirklich mit. Ich mag nicht mehr. Ich weiss nicht, wie lange ich das noch aushalte.

Dienstag, 9. Januar 2018

Gutes Neues und so

Viel ist passiert seit dem ich das letzte mal geschrieben habe. Von wegen dieses Jahr komme ich nicht in die Klinik blabla ich war im November doch noch eine Woche dort. Wow good Job. YAY. Nicht. Was solls. Konnte dann immerhin raus. Durfte erst wieder raus, als ich einen Anschlusstermin hatte, weil der derzeitige Therapeut über die Klinik hat ausrichten lassen, dass er mich aus Kapazitätsgründen nicht mehr nehmen kann. Danke.
Dezember. Keine Ahnung. Dies das, Weihnachten, Silvester, 2018.
Irgendwie so.
Ich hab meine Verwandten in Deutschland überrascht. Bin über Weihnachten/Silvester zu ihnen gefahren ohne dass sie es wussten. yay me.

Ich fühl mich grad unglaublich fett. Drei Mandarinen, zwei Knäckebrot mit Magerquark und Honig und nochmal ein Becher gespritzten Weisswein später. Es ist 22:30 Uhr. Hab mich das erste mal 'freiwillig' krank gemeldet auf der Arbeit. Also für morgen. Ich hasse mich dafür.
Wow ich habe grad so viel für mich selbst übrig wie man merkt. pff.

Donnerstag, 2. November 2017

Was soll ich denn machen..?

Hey ihr..

2 Stunden ist es her. Die letzte Fressattacke, welche natürlich auf dem Klo geendet hat. Und jetzt hab ich auch noch das Gefühl, ich hätte es verdient Abendbrot zu essen. Haha. Es ist eigentlich zum heulen und ich würde grad so gerne heulen und jemanden haben, der da ist. Niemand. Klar, ich könnte um Hilfe bitten. Könnte jemanden anrufen, aber das ist nicht dasselbe wie wenn jemand "körperlich" da ist. Was ist das denn? Verzweiflung? Angst? Nein.. ich weiss echt nicht wie ich das benennen soll.. Wie nennt man das denn? Wenn die Tränen schon ständig hinter den Augen bereit sind. Wenn es schmerzt. Wenn man alles aufgeben will. Ausgelaugt? Durcheinander? Einsam? Erschöpft? Leer? Müde? Hilflos? Ich denke alles würde zutreffen.
Ich bin natürlich auch doof und höre mir noch so super duper traurige Musik an. Ich hoffe aber, dass ich damit wenigstens mal wieder heulen könnte..
Sometimes when I close my eyes I pretend I'm alright but it's never enough..
Wisst ihr was mir auch zu schaffen macht? Ich hätte echt nicht damit gerechnet, dass es mir so viel ausmacht, aber vor knapp einem Jahr (18.11.16), bin ich das erste mal in die Klinik gekommen. Das heisst, vor einem Jahr gings mir echt mies. Eigentlich tägliche Selbstverletzung, eigene Wohnung (mitm Kollegen), täglich Alkohol, manchmal gekifft, dann fing es an, dass ich immer öfter verschlief, bis spät in die Nacht wach war, probierte mit Ritalin vom Kolleg zu lernen etcetc.
Vor einem Jahr war ich noch 7-8kg schwerer als jetzt.. wow wenigstens etwas gutes am Jetzt. In sechs Tagen vor einem Jahr (08.11.16), musste ich einen Non-Suizid Vertrag unterschreiben. War zwei Stunden bei meiner damaligen Therapeutin (ich vermisse sie Abgrundtief momentan!!!). Oh hallo Tränen.
Mir geht es nicht so schlecht wie letztes Jahr, was doch eigentlich gut ist, nicht? Ich komme diesen Monat, dieses Jahr nicht mehr in die Klinik! Nein! Ich habe jetzt das Praktikum was ich machen muss. (oh Gott es macht mich fertig) Ich kann nicht schon wieder weg! Ich muss zur Arbeit. Ich muss zeigen, dass es mir gut geht. Es geht mir gut. Es muss mir gut gehen!

Es war dann übrigens doch keine Psychologin, sondern ein Psychologe. Er wäre bestimmt ein guter Psychologe für mich, aber das Praktikum zerstört auch das wieder, wegen den Terminzeiten... Ich könnte erst ab 16:30 Uhr (weil ich bestimmt nicht früher gehen "will" wegen meiner scheisse..) und das ist halt zu spät. Ich vermisse eine Vertrauensperson. Ich vermisse meine ehemalige Therapeutin. Ich bin grad echt am verzweifeln. Und das bringt mich noch mehr zum verzweifeln, denn wenn ich das sage.. wenn ich merke, dass ich an einem Punkt bin, an dem es mir echt scheisse geht.. dann ist echt nicht gut..
Aber es geht vorbei. Es wird vorbei gehen. Vermutlich lache ich in ein paar Minuten wieder über mich selbst.

Ich mag nicht mehr schreiben, auch wenn noch so sososo viel ungesagt ist.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Rückfälle

Guten Abend miteinander

Ich habe schon länger nichts mehr von mir hören lassen, tut mir leid.. Aber ich denke nicht, dass es irgendjemandem aufgefallen ist.
Bereue es jetzt schon, dass ich das zweite Somersby nicht mitgenommen habe.
Aktuelle Situation: Ich bin seit drei Wochen Praktikantin in einem Krankenhaus und habe ein Personalzimmer. Mein Arbeitsbeginn ist um 6:45 Uhr und Feierabend habe ich um ca. 15:50 Uhr. Dazwischen habe ich einmal 15 Minuten "Znünipause" und 30 Minuten Mittagspause. Ich arbeite (momentan noch) nur im Frühdienst und unter der Woche.

Essen: Fuck off! Ich hatte es doch so gut unter Kontrolle, hatte abgenommen und ja. Momentan (also unter der Woche) klappt alles sehr gut. Ich kanns ja auch gut kontrollieren, weil ich mein Essen selbst mitnehme und deshalb auch alles auf die Waage stellen kann und so weiss, wie viele Kalorien ich esse. Ich hatte vor dem Praktikum mega Angst, dass ich mein Fitbit nicht tragen kann und dann nicht weiss, wie viele Kcal ich verbrenne und so nur noch zunehme, aber habe eine Lösung gefunden und trage mein Fitbit jetzt am Bein. Das ist doch kranke Scheisse! Naja, ich weiss nicht genau wann, aber vor "ein paar" Wochen (ich glaube bei meinen Verwandten in Deutschland) haben die Fressattacken wieder begonnen.. Immer abends.. Ich habe Nutella gelöffelt und gegessen, was ich gefunden habe. Ich dachte, ich nehme xy kg zu in Deutschland, aber nein! Nichts da. Habe sogar beinahe abgenommen (ca. 200g). Dann fingen die abendlichen Fressanfälle an mehr und grösser zu werden. Mehr Nutella, mehr Süsskram, mehr mehr mehr.. Bis es dazu kam, dass ich es wieder erbrach.. Ich dachte, ich habe das unter Kontrolle, aber nein. Es ist wieder vollkommen ausser Kontrolle.. Alleine gestern Abend hatte ich drei b/p Anfälle (binge/purge). Zuerst süss, dann salzig und wieder süss. Heute hatte ich auch wieder einen.. Das schlimme ist, dass ich es nicht mal will! Ich habe weder Hunger noch Lust darauf. Zum Teil entstehen diese Anfälle aus Langeweile!! Das macht doch keinen Spass! Also wer denkt, dass das witzig sei oder toll, ist es nicht!
Nach jedem FA denke ich mir jetzt hörst du aber wieder auf! Du weisst, dass das keine Methode zum abnehmen ist! Du hast nicht mal hunger, also hör auf! Und schon bin ich wieder am Gummibärchen essen. Es ist mir ehrlich so peinlich. Ich hoffe so, dass ich es wieder reduzieren und ganz damit aufhören kann. Eigentlich wäre mein Ziel, dass ich aufhöre Kalorien zu zählen, alles abzuwiegen und mich selbst auch nicht mehr zu wiegen.. Ich nehme es mir so ziemlich jeden Abend vor, aber ich kriegs nicht hin.
Das ist doch so ne scheisse! Und ich kriegs nicht hin!

Am Mittwoch habe ich ein Erstgespräch bei einer Psychologin. Gehe nicht mehr zu meinem Psychiater, da es einfach nicht gepasst hat! Ich hatte jetzt also 3-4 Wochen keinen Termin mehr.

Es gäbe noch so so viel was gerade abgeht, aber irgendwie reicht es gerade..

Sorry das ich so verkacke!

Freitag, 1. September 2017

DBT (fast) geschafft // Ich brauche Unterstützung

Hey hey:)

Mein Aufenthalt in der Klinik neigt sich dem Ende zu. Am Mittwoch (6.9) trete ich aus. Zehn Wochen DBT geschafft.
Es gab Hochs und Tiefs. Die wird es auch weiterhin geben und ich hoffe, dass ich doch einiges von hier mitnehmen kann.
Ich bin so hin und her gerissen, ob ich es schaffe. Ich sollte es einfach so machen, wie ich es hier gemacht habe. Tag für Tag schauen. Tag für Tag entscheiden. Wenn das nicht klappt, dann halt Stunde für Stunde. Manchmal sogar Minute für Minute.
Ich werde am Mittwoch kurz nachhause gehen und danach direkt zu meiner Schwester. Dort werde ich die nächste Zeit wohnen.

Direkt ein Tag später, also am Donnerstag, kann ich in einem Krankenhaus schnuppern gehen. Also einen Tag lang einer Pflegehilfe nachgehen, aufpassen und Fragen stellen. Wenn es mir und der Leitung passt, werde ich dann bald ein Praktikum antreten.
Ich habe ehrlich gesagt mega mega Angst davor. Generell vor all dem Neuen was kommt. Ich meine die Schule war ein Kapitel und halt immer wieder das gleiche System. Jetzt kommt etwas ganz neues. Arbeiten. Geld verdienen. Noch mehr Verantwortung...
Kennt jemand diese Angst?
Die Versagensangst. Angst Fehler zu machen. Angst allgemein etwas falsch zu machen, Zukunftsangst.
Ich muss mich immer wieder selbst beruhigen und mir sagen, dass es erst einmal ein Schnuppertag ist.

Anderes Thema: Essen

Es ist wieder ausser Kontrolle. Ich habe abgenommen. Mehr als gedacht. Durch das eine Medikament welches ich nehme, habe ich absolut keinen Appetit, geschweige denn Lust auf irgendetwas. Da kann ich mir noch so oft sagen, dass ich mir etwas gönne, ich habe einfach gar keine Lust. Nicht mal auf Schokolade oder Kuchen oder sowas.
Ich bin immer noch im Normalgewicht, aber habe mittlerweile Angst vor dem zunehmen sowie auch vor dem abnehmen. Ich habe Angst, über mehrere Monate absolut kein Bock mehr auf Essen zu haben. Ich bin mittlerweile soweit, dass ich wieder sage, dass ich mehr essen muss und nicht weiter abnehmen sollte, aber es klappt einfach nicht. Sobald ich vor dem Essen sitze, macht alles zu, mir wird so richtig komisch und ich habe absolut keinen Hunger. Ich schaffe mittlerweile nicht mal mehr die halbe Portion.
Das bestärkt meine Essstörungsgedanken enorm. Die sind natürlich froh über alles was ich nicht esse, abnehme etc.
Ich bin wieder in einem totalen Zwiespalt.
Bald fahre ich nach Münster zu meinem Onkel und meiner Tante.. Da werde ich dann wieder tolle Kommentare hören.. Rippengestell etc..
Ich kann einfach nicht mehr essen. Es klappt nicht. Wenn ich es versuche, obwohl ich keinen Hunger habe, kommt sofort ein sehr unangenehmes Völlegefühl und damit dann auch der Drang, alles wieder loszuwerden..
Hat jemand eine Idee, wie ich das verändern kann? Meinen Appetit anregen kann? Meine Gedanken leiser werden? Nicht immer alles um Zahlen drehen lassen?

Ich bin über jeden Tipp dankbar.

Elli

Sonntag, 30. Juli 2017

Guten Abend meine Lieben

Ich hoffe euch gehts gut und ihr hattet ein tolles Wochenende.

Ich bin seit fast 5 Wochen in der Klinik auf der DBT Station und muss nochmal solange da sein. Ich darf während diesen 10 Wochen kein Alkohol trinken, was mir schwerer fällt als gedacht. Ich freue mich schon auf den Austritt, ich glaube das Erste was ich tun werde, ist es mir ein Somersby zu kaufen... Voll der Sinn der Sache oder.?!

Wo ist denn mein Hoch von Donnerstag&Freitag hin? Grad würde ich am liebsten wieder abbrechen. Aber hier bin ich immernoch sicherer als zuhause.
Apropo. Ich will nicht mehr nachhause. Was gibt es für Möglichkeiten?
Ich könnte bei meiner Schwester wohnen. Will ich das? Als Überbrückung wäre das sicher eine Möglichkeit, aber längerfristig kann ich es mir nicht so gut vorstellen.

Hat jemand irgendwelche spezifischen Fragen? Ich finde es immer einfacher Fragen zu beantworten, als von selbst zu schreiben.
Ich hab immernoch Ask (klick)

Gute Nacht

Mittwoch, 21. Juni 2017

Ich habe bestanden

Morgen ist es soweit. Morgen ist die Abschlussfeier meiner Schule. Ich habe tatsächlich bestanden. Die Prüfungen und die drei Jahre sind vorbei.
Als ich es erfahren habe, spürte ich nichts. Rein gar nichts! Keine Freude, keine Erleichterung. Meine Eltern weinten fast und wollten anstossen, doch ich konnte nicht. Ich wollte nicht. Ich wusste nicht wofür. Es ist mir alles so gleichgültig momentan. Ich bin emotional total vom Körper abgetrennt. Die Verbindung zwischen Kopf und Bauch ist gekappt. Morgen wird es nicht besser sein. Lachen für die Fotos, lachen, damit alle denken, dass ich Freude habe. Hab ich nicht. Nicht mal wenn ich versuche Freude zu empfinden.

Ich wollte heute eigentlich darauf achten, dass ich nicht zu viel esse.. Papa weg, Mama weg und was mach ich? Ich fresse und kotze. Hätte mich danach besser nicht auf die Waage gestellt. Also mussten noch Afm rein. Hoffe, dass mein Gewicht morgen nicht all zu hoch ist und dass ich nicht all zu aufgebläht bin und mir mein Kleid noch passt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mein Abschlusskleid in der Grösse 34 kaufe. Ich dachte noch nicht mal an eine 36. Aber hey ich habs geschafft. Immerhin das. Ich mag mein Kleid, es ist mega schön.

Ich könnte schon wieder weiterfressen.. Wieso wieso wieso?! Es lief doch so gut. Ich ass genug und nahm trotzdem ab. Mein Ziel war es vor der Klinik unter 50kg zu kommen.. Keine Ahnung ob ich dass noch schaffe. In der Klinik kann ich mich dann nicht wiegen.. Darf auch die ersten 2.5 Wochen nicht nachhause, also 2.5 Wochen ohne die Waage.. Ich werde mein Messband mitnehmen, damit ich wenigstens so schauen kann, dass mein Umfang nicht zunimmt.
Normalerweise klappt das mit dem essen in der Klinik besser. Als ich 10 Tage in der Krisenintervention war, ass ich auch normal und ich habe sogar ein wenig abgenommen gehabt.
Vor dem Abschlusslager war ich auf 50kg und danach 3kg mehr. Aber es ging gut wieder runter, darum hoffe ich, dass ich die letzten 1.5kg davon auch noch wegbekomme. Wir werden sehen.

Mein Leben sonst ist unspektakulär. Ich habe Ferien und schaue Serien. Ab und zu komme ich sogar aus meinem Zimmer raus. Ich bekomme aber nicht viel vom Tag mit. Ich existiere. Ich wache auf und bin abends wieder im Bett. Was dazwischen passiert, passiert einfach. Ich erlebe es nicht wirklich.

Einen schönen Abend noch!